Webserver-How-To Teil 5: MySQL installieren und konfiguieren
26. März 2008Kommen wir nun zum voraussichtlich letzten Teil meines Webserver-Tutorials: Die Installation und Konfiguration von MySQL, der populärsten Open-Source-Datenbank, steht an. Am Ende dieses How-Tos sollte euer Windows-Webserver soweit bereit sein, um produktiv mit ihm zu arbeiten und auch Webseiten darauf zu hosten. Wir werden also im Folgenden das aktuellste MySQL-Paket herunterladen, entpacken, installieren und noch einige Konfigurationen vornehmen.
Wie nicht anders gewohnt, laden wir uns die neueste Version von MySQL über die offizielle Seite herunter:

Wir greifen zum Paket "Windows ZIP/Setup.EXE" für die x86-Architektur und klicken demnach auf "Download". Der Download sollte starten und wir speichern die ZIP-Datei an einem Ort ab, wo wir sie später auch wieder finden.
Nun gilt es, das Paket zu öffnen und die Setup.exe auszuführen. Kurz abwarten, bis die Installation initialisiert wurde, danach könnt ihr folgenden Schritten folgen:

Klickt auf "Next".

Wählt "Custom" und klickt auf "Next".

Überprüft, ob alle oben genannten Programme installiert werden. Wechselt das Installationsverzeichnis nach C:\mysql und klickt auf "Next".

Überprüft die Installationskonfiguration und klickt auf "Install". Wartet nun, bis die Installation beendet ist und folgendes Fenster kommt:

Klickt auf "Next".

Klickt auf "Configure the MySQL Server now" und klickt anschließend auf "Finish". Hiermit ist die Installation erfolgreich abgeschlossen und der Server kann nun konfiguiert werden:

Klickt auf "Next".

Wählt die "Detailed Configuration" und klickt auf "Next".

Hier wählt man aus, als was der Server installiert werden soll. Im Prinzip ist es egal, ob ihr an dieser Stelle "Developer Machine" oder "Server Machine" wählt - das ist euch überlassen. In meinem Fall trifft jedoch eher die "Server Machine" zu, da mein Server ein dedizierter Webserver sein soll. Die letzte Option "Dedicated MySQL Server Machine" wäre auszuwählen, wenn NICHTS anderes (also auch kein Apache etc.) auf dem Webserver läuft - ist bei uns aber nicht der Fall! Klickt anschließend auf "Next".

Wir belassen die Option "Multifunctional Database" und klicken auf "Next".

Hier wählt man aus, wo die MySQL-Datenbanken hingespeichet werden sollen. Standardmäßig ist das der Installationspfad von MySQL. Ich bevorzuge jedoch einen eigenen Ordner unter C:\. Wohin ihr speichert ist prinzipiell jedoch egal, hauptsache ihr habt genug Speicherplatz frei. Klickt auf "Next".

Dieses Dialogfenster ist entscheidend für die Performance eures MySQL-Servers. Hier liegt es an euch, was ihr auswählt. Wählt "Decision Support" aus, wenn mit nicht mehr als 20 gleichzeitigen Verbindungen zur MySQL-Datenbank rechnet. Wählt "Online Transaction Processing" aus, wenn ihr mit bis zu 500 gleichzeitigen Verbindungen zu eurer Datenbank rechnet. Dies ist in meinem Fall realistischer, da mein Webserver ja auch online geschaltet werden soll. Habt ihr gar mehr gleichzeitige Verbindungen im Auge oder wollt eine spezifischere Auswahl treffen, könnt ihr dies unter "Manual Setting" festlegen. Klickt auf "Next".

Hier wählt ihr aus, ob ihr auch externe Verbindungen zur Datenbank herstellen lassen wollt (also nicht nur über localhost oder 127.0.0.1). Wir wählen in unserem Fall ja und machen dementsprechend einen Haken bei "Enable TCP / IP Networking". Den Port lassen wir bei 3306, da wir diesen sonst bei jedem Skript, das eine Verbindung zum MySQL-Server herstellen möchte, einen anderen Port eingeben müssen. Wir fügen außerdem eine Firewallausnahme für diesen Port hinzu. Den Strict-Mode lassen wir ebenfalls aktiv. Mit einem Klick auf "Next" geht’s weiter.

Als Standard Charakter-Set wählen wir unter "Manuel Selected Default Character Set" im Drop-Down-Menü "utf8" aus, nicht "latin1"!. Klickt auf "Next."

Wir möchten den MySQL-Server außerdem als Windows-Service installieren und bei jedem Neustart automatisch laden lassen. Zusätzlich aktivieren wir die Option "Include Bin Directory in Windows PATH", sodass wir den MySQL-Server auch über die Kommandozeile problemlos ansprechen können. Klickt auf "Next".

Wählt nun ein sicheres (!) Passwort für euren Root-Account aus. Mit diesem habt ihr vollen Zugriff auf ALLE Datenbanken! Zusätzlich aktivieren wir die Option "Enable root access from remote machines", um später z.B. auch über das Internet per phpmyadmin auf den Server zugreifen zu können. Klickt auf "Next".

Mit einem Klick auf "Execute" werden nun die getroffenen Einstellungen übernommen
Nun wollen wir den MySQL-Server aber auch noch starten und überprüfen, ob alles funktioniert. Dazu gehen wir auf Start –> Ausführen und geben "cmd" ein. Im folgenden Kommandozeilenprogramm tippen wir
cd c:\mysql
ein (also das Installationsverzeichnis des MySQL-Servers). Anschließend:
mysqld-nt --console

Das geht eine kurze Weile. Wenn ihr obiges Bild seht, ist er soweit. Öffnen wir nun ein weiteres Kommandozeilenfenster (Start –> Ausführen –> cmd), um zu überprüfen ob der MySQL-Server auch läuft. Nun geben wir einfach nur
mysql
ein. Erhaltet ihr folgendes Bild:

läuft euer MySQL-Server so wie er soll! Das war’s im Groben und Ganzen auch schon. Nun könnt ihr für eure Skripte als MySQL-Host "localhost" und den Port "3306" wählen, um mit dem MySQL-Server zu kommunizieren. Um neue Datenbanken zu erstellen könnt ihr euch der Einfachheit halber noch eine GUI installieren. Ich bevorzuge das Open-Source-Tool HeidiSQL. Installiert und es und gebt folgende Daten ein:

Nun solltet ihr folgende Ansicht haben:

Wenn ihr nun links einen Rechtsklick ins weiße Feld macht, könnt ihr per "Create Database…" eine neue Datenbank erstellen.
Ich werde nun nicht weiter auf die Funktionsweise von MySQL eingehen - dies würde den Umfang sprengen.
Und nun sind wir auch schon am Ende des Webserver-How-Tos angelangt! Sollte es alles funktioniert haben, wünsche ich euch nun viel Spaß mit eurer produktiven Webserver-Plattform. Je nach Besucherreichweite dieses How-Tos werde ich vielleicht noch erklären, wie man sich einen lokalen Mailserver installiert, damit die Skripte auch eMails verschicken können. Je nach internationaler Nachfrage werde ich dieses Tutorial vielleicht noch in Englisch zur Verfügung stellen. Zudem könnt ihr wohl auch bald mit einem gleich umfangreichen How-To rechnen, das die Installation einer produktiven Webserver-Umgebung auf einer Linux-Maschine (wahrscheinlich unter Debian Etch oder SUSE) beschreibt - alles also komplett Open-Source und somit kostenlos!
Sollte euch dieses How-To gefallen haben, helft mit bei der Verbreitung! Schickt den Link euren Freunden und allen anderen, die an der Installation eines Webservers gescheitert sind!
Zudem möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf meinen Service hinweisen, bei dem ich euch helfe, euren Webserver in eurer Infrastruktur effektiv umzusetzen. Kontakiert mich bei Interesse!
Fragen etc. werden wie immer ausschließlich in den Kommentaren beantwortet. Nur so profitieren alle davon.

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