10x kleinere Datei bei nahezu verlustfreier Videokomprimierung
15. Februar 2008Im Folgenden möchte ich euch mal wieder ein wenig von meinem PC-Wissen weitergeben. In diesem Schritt-für-Schritt-Tutorial geht es nämlich darum, wie man aus einer unkomprimierten und somit riesigen AVI-Datei eine 10x kleinere bei ungefähr gleicher Qualität Matroska-Datei erstellt. Das ist im Grunde genommen gar nicht so schwer - und man kommt ganz ohne teurer Software aus: Ich werde ausschließlich Freeware in diesem Tutorial nutzen.
Ausgangssituation: Ich habe von einem Camcorder ungefähr 8 Stunden Videomaterial gecaptured. Das sind unkomprimiert ungefähr 111GByte. Dieses Rohmaterial will ich nun jedoch archivieren - das erweist sich bei solch einer großen Datenmenge jedoch nicht gerade als billig. Ein ganzes 25er-DVD-R-Spindel (4,7GByte) wäre dafür notwendig, das sind ungefähr 17€ und ein riesen Aufwand. Deshalb muss ich mich nun nach einer Alternative umsehen.
Lösung: Die Wahl fällt schnell: Ich setze auf den Matroska-Container (*.mkv) in Verbindung mit dem LAME MP3-Encoder für Audio und dem H.264-Codec für die Videospur. Damit werden meine unkomprimierten AVI-Dateien um ungefähr das Zehnfache kleiner (passen demnach also auf knapp 3 DVDs) und die Qualität ist nach wie vor dieselbe.
Vorgehen: Solltet ihr nun von den Ausdrücken verwirrt sein oder eine MKV-Datei noch nie gesehen / gehört haben, lasst euch nicht entmutigen. Das alles ist nur halb so schwer, wie es sich anhört.
Als erstes benötigt ihr die verschiedenen Codecs, als erstes das Matroksa-Pack, und schließlich noch ein All-In-One Paket: K-Lite Codec Pack. Ladet euch diese Dateien runter und installiert diese.
Nun sind wir in der Lage, alle möglichen Videodateien anzuschauen, da wir nun die entsprechenden Codecs haben. Wir wollen ja aber noch einen Schritt weitergehen und Videodateien in den Matroska-Container umwandeln. Dazu greifen wir zur Freeware MediaCoder. Dieses umfangreiche Tool ermöglicht dem Benutzer, zahlreiche Konvertierungen von Multimediadateien durchzuführen und das in rasanter Geschwindigkeit. Installiert also nun den MediaCoder und startet ihn. Unten rechts in der Taskleiste seht ihr das Symbol. Klickt darauf und es eröffnet sich folgendes Fenster:

Vermutlich seid ihr nun geschockt. Und in der Tat: MediaCoder bringt sogar mehr Funktionen mit, als ein normaler Mensch eigentlich braucht. Wir wollen uns jedoch nicht von der Funktionsvielfalt irritieren lassen und wählen somit gleich unsere Quelldatei aus. In meinem Fall ist das die Datei "abspann.avi". Um die zu kodierenden Dateien auszuwählen, klickt einfach links oben auf "Add…" und es öffnet sich ein Drop-Down-Menü. Wählt nun entweder "Add File" für die manuelle Auswahl der Datei(en) oder wählt "Add Folder…", um gleich einen ganzen Ordner zu transkodieren. Ist die Wahl nun gefallen, sehen wir (wenn wir in der Liste unsere Datei markieren) rechts die Eigenschaften unseres Ursprungsclips (Properties) und können nun im unteren Bereich zahlreiche Einstellungen vornehmen:

Unter dem Register "Audio" wählen wir unter Encoder: LAME MP3. Dadurch wird unsere Audiospur schonmal um einiges kleiner. Bei Resample und Channel lassen wir alles so, wie es war - wir wollen schließlich nicht, dass Qualität verloren geht. Das war’s auch schon an nötigen Anpassungen bzgl. der Tonspur. Wir klicken nun auf die Registerkarte "Video":

Unter Mode wählen wir Quality-based. Wir haben nun die Möglichkeit, die Qualität auf einer Skala von 0 - 100 einzustellen. Aber seid nicht zu vorsichtig: Selbst bei einer Qualität von 50 merkt man kaum einen Unterschied zum Originalclip. Wir wählen also 50. Unter Format wählen wir den zuvor gedownloadeten H.264-Codec, unter Container Matroska. Den Rest lassen wir so, wie er ist.
Das war es auch schon an Einstellungen. Zu guter Letzt muss noch der Ausgabeordner definiert werden, in den das umgewandelte Video gespeichert werden soll. Das können wir oben rechts unter "Output Folder". Stellt ein wohin und mit einem Klick auf "Start" (drittes Icon neben Output-Folder) beginnt die Umwandlung. Diese kann je nach Länge des Clips und CPU-Power zwischen einigen wenigen Sekunden oder auch zahllosen Stunden / Tagen / Wochen dauern.
Im Folgenden noch ein kleiner Qualitätsvergleich zwischen meinem unkomprimierten Clip und dem Matroska-File. Klick!
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flawless | 19. Februar 2008 | 15:25alta