Was tun, wenn XP einfriert?
30. August 2007Tausende von Forenthreads gibt es nun im Internet zum Thema: “Windows friert ein”. Damit wird wohl meistens gemeint, dass sich Windows einfach (in unregelmäßigen Abständen) einfach aufhängt - das Bild friert ein, man kann weder Maus noch Tastatur benutzen. Doch woran liegt das? Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Einige mögliche Antworten möchte ich im Folgenden erläutern.
Im Voraus sollte man vielleicht gleich sagen, dass es ein Einfrieren von Windows meistens, wenn auch nicht immer, auf defekte Hardware hindeutet. Gerade aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich vorher zuerst einmal zu erkundigen, woran es liegt, bevor man sich gleich neue teure Komponenten kauft und es danach noch immer nicht geht.
Möglichkeit 1: Schon beim Bootscreen von Windows passiert einfach nichts mehr. Der Fortschrittsbalken bleibt stehen und selbst nach mehreren Minuten Wartens hat sich nichts getan.
Mögliche Ursache: Wenn Windows schon vor dem eigentlichen Hochfahren seinen Dienst verweigert, so kann das zum Einen auf ein Hardwareproblem (wahrscheinlich Festplatte) oder aber auch auf eine geschädigte Windows-Version hindeuten. Es kann aber auch (je nach dem, wann der Fortschrittsbalken stehen bleibt) an einem unpassenden Treiber liegen.
Mögliche Lösung des Problems: Um im Voraus schonmal ausschließen zu können, dass es sich hier um ein Hardwareproblem handelt, sollte man Windows im abgesicherten Modus starten und “chkdsk” ausführen. Dieses kleine “Programm” überprüft die Festplatte auf physikalische Fehler. Um im abgesicherten Modus zu starten, muss man, bevor der Bootscreen von Windows kommt, auf der Tastatur die Taste “F8″ drücken. Anschließend kann man auswählen, wie Windows gestartet werden soll. Wir wählen “Abgesicherter Modus”. Nach kurzem Warten, sollte Windows im abgesicherten Modus gestartet sein. Anschließend klicken wir auf “Start” –> “Ausführen…” und geben “cmd” ein, um die Kommandazeile von Windows zu öffnen. Wir geben nun anschließend hinter den Pfad “chkdsk” ein und bestätigen mit Enter. Windows überprüft nun die Festplatte auf physikalische Schäden.
Falls Windows auch im abgesicherten Modus nicht starten und einfach hängen bleibt, so ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Hardwareproblem, denn im abgesicherten Modus lädt Windows nur das allernötigste. Dass hier schon eine defekte Datei vorliegt, ist sehr unwahrscheinlich, dennoch aber nicht unmöglich.
Sollte Windows während der Überprüfung auf einmal einfrieren, abstürzen oder selbststädig einen Neustart durchführen, so kann man mit hoher Sicherheit sagen, dass es sich um ein Hardwareproblem handelt.
Möglichkeiten, falls chkdsk einen Fehler findet, während der Überprüfung einfriert / abstürzt / neustartet oder nicht einmal im abgesicherten Modus startet: Man könnte vor einem voreiligen Kauf einer neuen Festplatte die Festplatte gründlich formatieren. Das geht am besten und zuverlässigsten mit dem kostenlosen Tool “DBan“. Ladet das bootfähige Image herunter und brennt es mit einem Brennprogramm wie z.B. “Nero”. Legt es beim Booten von eurem Rechner die CD ein und stellt im Bios die Bootreihenfolge so um, dass zuerst von CD gebootet wird. Anschließend könnt ihr auswählen, WIE eure Festplatte formatiert werden soll.
Sollte auch DBan beim Formatieren stehen bleibt, so hilft wahrscheinlich nur noch eine neue Festplatte. Sollte DBan die Festplatte erfolgreich formatiert haben und Windows neu drauf installieren. Danach sollte es funktionieren.
Findet chkdsk dagegen keine Fehler, so liegt der Fehler woanders. Doch bevor man lange auf Fehlersuche geht, so würde ich die wichtigsten Daten beispielsweise mit Knoppix auf eine andere Festplatte sichern und Windows neu installieren. Danach sollte alles wieder so funktionieren, wie zuvor.
Möglichkeit 2: Direkt nach der Anmeldung eines Benutzers unter Windows friert XP ein / stürzt ab / oder macht automatisch einen Neustart.
Mögliche Ursache: Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Die eine wäre ein Treiberproblem. Wenn ein Benutzer unter Windows angemeldet wird, lädt Windows automatisch sämtliche Treiber für die Hardware. Als erstes sollte man also versuchen, die Treiber auf den neuesten Stand zu bringen. Dies kann man über den abgesicherten Modus machen, denn dieser sollte (sofern es denn ein Treiberproblem ist) auf jeden Fall problemlos starten. In den abgesicherten Modus kommt man, indem man vor dem Bootscreen von Windows die Taste “F8″ drückt und als Startoption den abgesicherten Modus (ohne Netzwerktreiber und ohne Eingabeaufforderung) auswählt. Nun kann man z.B. von einer zuvor gebrannten CD mit den neuesten Treibern aus dem Internet sämtliche Treiber auffrischen. Sollte gerade keine CD mit den neuesten Treibern parat sein, so sollte man die Treiber, die mit der Hardware mitgeliefert wurden, benutzen.
Hilft dies auch nicht weiter, dann kann es auch an einem “verbogenen” Autostart liegen. Damit meine ich, dass sich z.B. Software oder Viren in den Autostart eingenistet haben, die entweder Probleme mit der Hardware / Windows haben oder böswillig sind und genau das Problem beabsichtigen. Um das herauszufinden, sollte man in den abgesicherten Modus wechseln (Anleitung weiter oben). Nachdem dieser gestartet ist auf “Start” –> “Ausführen…” klicken und “msconfig” eingeben. Im sich daraufhin öffnenden Fenster haben wir gleich die Möglichkeit, den “Diagnosesystemstart” auszuwählen. Dieser lädt nur das minimalste beim Windowsstart - also keine Treiber / Programme von Dritten, sondern nur die hauseigenen Dienste. Wir wählen also den “Diagnosesystemstart” aus und bestätigen mit “Übernehmen” und mit “OK”. Daraufhin sollte das System neugestartet werden.
Sollte der Windowsstart nun wie gewohnt funktionieren, so liegt das definitiv nicht an der Hardware, sondern viel mehr an inkompatiblen Programmen oder Viren. So bleibt letztendlich nichts anderes übrig, als zu allererst ein Virenprogramm über das System laufen lassen. Falls daraufhin Viren entdeckt und neutralisiert wurden, können wir mit “Start” –> “Ausführen…”, “msconfig” die Checkbox bei “Normaler Systemstart” aktivieren. Anschließend das System neu starten und schauen, ob nun alles funktioniert.
Falls nicht, so bleibt letztendlich nichts anderes übrig als wieder in den abgesicherten Modus zu wechseln, “Start” –> “Ausführen…” und anschließend “msconfig” einzugeben. Wir wechseln wieder zurück auf “Normaler Systemstart” und gehen in den Reiter “Systemstart”. Hier kann man jeden Prozess einzeln auswählen, der beim Systemstart geladen wird. Also jeden Prozess einzeln testen und schauen, ob das System nun startet. Das ist zwar lästig, aber man kann dadurch relativ sichergehen, den Verursacher gefunden zu haben.
Falls das alles nichts bringt oder der abgesicherte Modus erst gar nicht startet, liegt es wahrscheinlich an der Hardware, dass diese einen Fehler verursacht. Doch, um auch hier voreilige Entschlüsse beim Kaufen von neuen Komponenten vorzubeugen, sollte man zuerst eine Neuinstallation von Windows ausprobieren. Falls das hilft, war es wahrscheinlich doch nur ein Treiber- / Programm- / Virenproblem. Wenn allerdings auch eine Neuinstallation von Windows nichts bewirkt, so ist irgendeine Hardwarekomponente kaputt. CPU und RAM kann man jedoch eher ausschließen, da diese Windows erst gar nicht starten oder Fehlermeldungen bringen würden. So bleibt das Mainboard (was ich allerdings auch für eher unwahrscheinlich halte), die Festplatte (sollte man in den abgesicherten Modus problemlos hineingekommen sein, auch sehr unwahrscheinlich) und als letzte Möglichkeit die Grafikkarte übrig. So kann man z.B. die Komponenten (sofern passend) in einen anderen PC einbauen und testen, ob sie dort problemlos funktionieren.
Möglichkeit 3: Windows friert in unterschiedlichen Zeitintervallen während dem Betrieb ein, weder Maus noch Tastatur lassen sich rühren.
Mögliche Ursache: Das deutet meistens aufs Schlimmste hin: Irgendeine Hardwarekomponente scheint das Zeitliche gesegnet zu haben - oder aber, im besten Falle: Die CPU / Grafikkarte / Mainboard wird einfach zu heiß, hat jedoch noch keinen Schaden genommen. Falls sich der Rechner einfach in verschiedenen Zeitintervallen von selbst ausschaltet, ist als erstes die Temperatur zu überprüfen, denn die meisten Rechner schalten sich beim Erreichen einer bestimmten Grenzwert-Temperatur automatisch ab, um Schäden vorzubeugen. Um die Temperaturen im Innern des Rechners auszulesen, braucht ma das kostenlose Tool “Speedfan“. Nach der Installation führt man es aus und sieht gleich rechts in einer Spalte die aktuellen Temperaturen.
“Speedfan” zeigt zudem vor den einzelnen Temperaturen Icons an, die darüber informieren, ob eine kritische Temperatur erreicht wurde. Der grüne Haken bedeutet: Alles in Ordnung. Ein roter Pfeil nach oben bedeutet, dass die Temperatur gerade ansteigt. Ein blauer Pfeil nach unten zeigt, dass die Temperatur gerade herabsinkt. Die Flamme bedeutet, dass der kritische Grenzwert erreicht wurde. Man sollte sich jedoch nicht zu schnell verunsichern lassen, denn oft werden die Temperatursensoren (je nach Hardware) auch manchmal falsch ausgelesen und zeigen unreale Temperaturen mit bis zu 200°C an, bei denen sich jeder PC, wenn er noch nicht in Flammen aufgegangen ist, automatisch abgeschaltet hätte. Am leichtesten Herausfinden kann man, ob es richtig ausgelesen wurde oder nicht, indem man die Temperaturen im Auge behält, denn diese wechseln ständig. Falls eine hohe Temperatur dabei sein sollte, die sich innerhalb 2 Minuten nicht geändert hat, so ist das meistens nur falsch ausgelesen.
Wenn aber eine Temperatur dabei ist, die ständig schwankt und eine Flamme davor hat, sollten die Alarmglocken klingeln. Eine CPU (egal ob Intel oder AMD) sollte nie höher als 60-65°C werden (bei guter Kühlung), das Mainboard nicht unbedingt höher als 50°C (wobei das je nach Aktiv / Passivkühlung auch unterschiedlich ist) und die Festplatte nicht höher als 60°C kommen. Falls eine dieser Temperaturen deutlich überschritten wurde, sollte man den PC auf der Stelle ausschalten und erst einmal aufschrauben. Man sollte schauen, ob überall genug Luft rankommt, ob die Kühler nicht verstaubt sind und ob sich noch alles schnell genug dreht. Nach einem “Frühjahrsputz” im Innern des Rechners kann man ihn wieder hochfahren und die Temperaturen weiterhin beobachten. Diese sollten nun deutlich niedriger sein als zuvor.
Falls das auch nichts gebracht hat, die Temperaturen also gleich hoch oder höher sind, liegt das Problem woanders. Wo, kann ich euch dann leider nicht sagen, denn das hängt wiederrum von vielen weiteren Faktoren ab. Hier sollte man den Händler aufsuchen und nach Rat fragen.
Wenn die Temperaturen jedoch niedriger sind, das System aber weiterhin abstürzt, hat entweder die Hardware schon einen Schaden genommen und jede Hilfe kommt zu spät - oder das Problem liegt woanders. Auch hier sollte man die neuesten Treiber und Updates installieren. Falls das auch nicht hilft, eventuell Windows neu installieren, wobei die Chancen, dass es danach einwandfrei funktioniert, sehr gering sind.
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So, das wars erstmal. Die Liste werde ich bei Bedarf natürlich erweitern. Bei Fragen könnt ihr hier in die Kommentare schreiben oder persönlich zu mir Kontakt aufnehmen. Kontaktmöglichkeiten findet ihr im Impressum.

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"hallo! erst mal glückwunsch zu deiner einfrierseite! was ist, wenn
admin | 2. September 2007 | 13:53“hallo! erst mal glückwunsch zu deiner einfrierseite! was ist, wenn die ACPI Temperatur bei 53 Grad liegt?”
ACPI ist eigentlich nur ein Standard und besitzt keine Temperatur (http://de.wikipedia.org/wiki/ACPI).
Falls du Speedfan zum Auslesen der Temperaturen benutzt, so hat Speedfan einfach einen Sensor ausgelesen, dessen Wert eigentlich gar keine Temperaturanzeige ist (Beispiel: AUX). Bleibt die Temperatur denn konstant oder wechsel sie ständig?
delete me! ;)
admin | 5. September 2007 | 15:43delete me!
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music | 8. Januar 2008 | 20:40very interesting.
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